Komplikationen nach Ölwechsel oder Ölspülung

Bei modernen Automatikgetriebe mit adaptiver Schaltsteuerung kann es vorkommen, dass zunächst die Schaltqualität leidet. Das hat einfach damit zu tun dass sich der Reibwert der Kupplungslamellen durch das neue Öl ändert, die Elektronik des Automatikgetriebes aber noch auf den Zustand von vor dem Ölaustausch „eingestellt“ ist.

Nach einer längeren ca. 10 bis 20 km langen Fahrt bei niedriger Last und bei Betriebstemperatur sollte die Elektronik des Automatikgetriebes sich an die neuen Bedingungen angepasst haben. Bei manchen Getrieben müssen zusätzlich noch die „Lernwerte“ gelöscht bzw. die „Adaptionsdaten“ zurückgesetzt werden.

Leider gibt es Getriebe, bei denen „vergessen“ wurde die Software so zu programmieren, dass ein zurücksetzen der „Lernwerte“ mittels Auslesegerät möglich ist. Wenn darüber hinaus die Programmierung des Steuergeräts nur eine Überprüfung der Schaltqualität alle 50 bis 100 km vorsieht und dies auch nur unter ganz bestimmten Bedingungen kann das bedeuten, dass eine Adaption der Schaltungen erst nach 500 bis 1000 km erfolgt.

Besonders betroffen ist Audi mit seinen 6 Gang Automatikgetrieben von ZF 09L und 09E.

Wenn an einem defekten Automatikgetriebe ein Ölwechsel oder eine Ölspülung durchgeführt wird, kann es sein, dass das Getriebe schlechter schaltet als vorher. Hat beispielsweise ein Getriebe vorher beim Schalten leicht gerutscht, tut es das danach viel mehr. Die Ursache kann darin liegen, dass Verschmutzungen weggespült wurden, die noch eine gewisse Abdichtungsfunktion hatten. Man kann es auch so erklären: Ein System, dass am Rande des Kollaps steht, kollabiert endgültig allein durch ganz leichte Veränderungen in Durchflussmengen, Reibwert- und Viskositätsänderungen.

Bei einer intakten Automatik passiert das nicht. Es gibt also keinen Anlass zur Sorge.

Auf dem Magneten haben sich viele Späne gesammelt. Ein Hinweis für einen beginnenden Getriebeschaden.